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Die Kinder erzählen |
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Ich bin Julio* und bin 15 Jahre alt. Ich habe seit meinem fünften Lebensjahr auf der Straße gelebt. Schon bald habe ich mit meinen Freunden angefangen zu trinken, zu rauchen und Drogen zu nehmen. Wenn sich niemand für dich interessiert, und auch niemand mehr mit dir redet, dann lebst du wie du willst, ohne Regeln und ohne irgendwelche Grenzen – und dann ist dir alles egal. Als ich 9 Jahre alt wurde, hatte das Leben für mich schon keinen Sinn mehr. Hallo, ich bin David*. Ich bin 13 Jahre alt, bin Paraguayaner und lebe im Trafo-Haus in Ñemby, in der Nähe von Asunción. Meine Mutter und mein Stiefvater haben mich früher sehr schlecht behandelt. Zum Beispiel wurde ich öfter mit einem Seil um den Hals an einen Guayaba-Baum gebunden. Warum, weiß ich auch nicht. Mit 7 Jahren bin ich dann von zu Haus weggelaufen. Eine Frau fand mich und brachte mich zur Polizei, wo ich 25 Tage lang mit Gefangenen in einer Zelle gewohnt habe. Ich heiße Daniel* und bin 17 Jahre alt. Mit 7 Jahren ging ich auf die Straße, weil mein Stiefvater viel trank und sehr aggressiv war. Er schlug meine Mutter und ich versuchte, sie zu beschützen. Zum Essen ging ich in eine katholische Einrichtung oder ich hatte Geld von meinem kleinen Bruder, der auch auf der Straße bettelte. Es gab viele Raufereien zwischen Erwachsenen und Kindern. Außerdem befahlen uns die Erwachsenen, für sie zu arbeiten und zu stehlen. Später brachte man mich in ein Heim, wo es mir nicht gefiel; man schlug uns ohne Grund. Nach einem Jahr bin ich von dort ausgerissen und lebte wieder zu Hause. Ich verdiente ein wenig Geld, indem ich am Morgen im Justizministerium arbeitete, wo ich mich für andere Leute in der Schlange anstellte, um Erkennungsmarken zu bekommen. Später möchte ich mal die Welt kennen lernen und Profifußballer oder Buchhalter sein. Tomás* ist jetzt gut 4 Jahre alt. Ein strahlender kleiner Junge, der Winnie Puhs Tigger über alles liebt! Seine neue Mama strahlt er an und weiß, dass er sich auf sie verlassen kann, geliebt und angenommen ist. Diese Veränderung ist ein richtiges Wunder, denn das erste Lebensjahr verbrachte er mit seiner jungen Mutter, selbst ein Straßenkind, an wechselnden Orten auf La Parada, Lima, Peru. Als wir sie kennen lernten, war Tomás noch ein Krabbelkind, das täglich durch den Müll der Straße robbte und alles in den Mund steckte, was es dort zu finden gab. Seine Mutter Andrea ist Aidskrank, Prostituierte und mit der Situation, ein Kind zu haben, total überfordert, ihre Lebenserwartung ungewiss. Durch regelmäßigen Kontakt zu unseren Mitarbeitern bat sie uns im letzten Jahr, Tomás für eine Zeit bei uns aufzunehmen, da sie ihn nicht versorgen kann und die einsetzende feuchte Winterzeit ein zusätzliches Überlebensriko für den ohnehin schon kranken Tomás ist. *alle Namen sind geändert |
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