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Länderinfo
Seit 2005 befindet sich Paraguay in der schwersten Wirtschaftskrise des Landes seit 20 Jahren. Mehr als ein Drittel der 5,5 Millionen Einwohner leben in Armut, die Regierung ist nahezu bankrott, die Arbeitslosigkeit liegt bei 18 Prozent. Seit dem Ende der Militärdiktatur unter General Alfredo Stroessner 1989 hat das Land mehrere Putschversuche erlebt und leidet noch immer unter politischer Instabilität.
Die spezifische Situation der Straßenkinder Mehr als 50% der Bevölkerung Paraguay ist unter 17 Jahre alt. Jedes 5. Kind arbeitet wöchentlich mehr als 9 Stunden täglich. Offizielle Statistiken sprechen von über 400.000 arbeitenden Kindern. Sie arbeiten auf den Autobahnen, an den Straßenecken, Bus- und Zugstationen und in Privathaushalten. Oftmals sind sie aus den ländlichen Gebieten von zu Hause weggelaufen, um Missbrauch, Gewalt und Hunger zu entgehen und dann in Prostitution, Gewalt und Drogen zu enden.
Über mehrere Jahre betreuten die Mitarbeiter von Los Transformadores jede Nacht mehr als 50 Straßenkinder an einem sozialen Brennpunkt der Stadt. Viele von ihnen sind heute in Heimen untergebracht, zu ihren Familien zurückgekehrt oder direkt im Trafohaus eingezogen.
Trafohaus
Im November 2001 wurde in Paraguay das erste Kind aufgenommen. Den äußeren Rahmen bietet ein Haus, 10 km vom Stadtzentrum entfernt, in dem Platz für acht Kinder ist. Zur Zeit gehören sechs Jungen im Alter von 10 bis 17 Jahren zur Kernfamilie dieses Hauses. Alle besuchen eine Schule und gehören zu den Besten ihrer Klasse. Jeder Einzelne wächst täglich in seiner Persönlichkeit und wird so zu einem wertvollen Mitglied der Trafo-Familie und der gesamten Gesellschaft. Mit diesen sechs Kindern plus Mitarbeiter ist die Kapazität des ersten Trafo-Hauses allerdings fast ausgeschöpft. Deshalb entsteht jetzt auf einem angrenzenden Grundstück ein Anbau des Trafo-Hauses. Auf zwei Etagen wird für weitere 20 Straßenkinder ein Zuhause geschaffen. Für diesen Neubau und seine Aufgabe, eine Zukunft für Kinder ohne Hoffnung zu schaffen, werden noch Spenden benötigt. Die Ausgaben für die Kinder selbst werden über ein persönliches Patenschaftsprogramm finanziert. Sie haben also die Möglichkeit, einmalig oder kontinuierlich in die Zukunft Paraguays zu investieren.
Quiero Más!
Kinder, die längere Zeit alleine auf der auf der Straße gelebt haben, benötigen eine Übergangs- und Entscheidungsphase, bevor sie erneut oder zum ersten Mal in einem Familienrahmen leben können. Das Leben auf der Straße beinhaltet für sie nicht nur die offensichtlichen Gefahren und Nachteile, sondern auch einen Rahmen von Freiheit und Unabhängigkeit, den sie bereit sein müssen, im Austausch für den Schutz und die Fürsorge einer Familie aufzugeben. Das “Quiero Más Projekt” ermöglicht es, intensivere Kontakte zu den Kindern aufzubauen. Neben gemeinsamen Aktionen ist es ein Lernfeld für Verbindlichkeit und ein Vorgeschmack auf das Familienleben. Ziel ist es den Kindern und Teenagern im Vorfeld eine Vision von einem Familienleben zu vermitteln und ihnen dadurch eine Entscheidungsmöglichkeit für das Leben in einem Transformatorenhaus zu geben. |