Bolivien

Sucre - Armut hinter kolonialer Fassade

Sucre ist die offizielle Hauptstadt Boliviens. Mit ihren weißen Kolonialbauten gilt sie als die schönste Stadt Lateinamerikas. Doch auf den zweiten Blick offenbart sich hinter den Kulissen dieser Vorzeigestadt riesige Not und Armut. Straßenkinder überall, bettelnde Frauen mit ihren Babys und Armenviertel am Rand der Stadt, die beständig wachsen. Vom Präfekten der Region erfuhren wir, dass die ganze Provinz zu einer der ärmsten des Landes gehört.

Straßenkinderarbeit in Sucre

Schon bei unserem ersten Besuch in Sucre strömten die Kinder von der Straße in großen Zahlen in unser Ladenlokal, wo wir ihnen Essen, eine Dusche, Spiele etc. anbieten konnten.
Für die Teams der TOS School of Ministry war es einfach, mit den Straßenkindern in Kontakt zu kommen. Bereits nach drei Tagen kamen 26 Kinder in das Lokal, das die Mitarbeiter eröffnet haben, um die Kinder kennen zu lernen, für sie zu beten und ihnen eine Möglichkeit zum Essen, waschen und spielen zu geben.
Außerdem sind mittlerweile Kontakte zu Pastoren, Bürgermeister und Sozialverwaltung entstanden.

Hotel als Zeichen der Hoffnung

Potosi – dieser Ort steht für Jahrhunderte von Missbrauch und Ausbeutung von Kindern in Bolivien. Ungezählte Millionen kamen in den Silberminen ums Leben, heute noch wird die Zahl der arbeitenden Kinder in Bolivien auf 800.000 geschätzt, von denen viele auf der Straße leben.
Stellen Sie sich vor, diese Kinder werden an einen Ort versetzt, an dem sie in exzellenten Wohnverhältnissen und einer “Familienumgebung” ein neues Leben, ein Leben mit Zukunft beginnen können. Ein radikaler Gegenentwurf zur bisherigen “Zukunft” von Armut und Ausbeutung. Dieser Traum wird Wirklichkeit und zwar 200km entfernt von Potosi, 10km außerhalb von Sucre. Hier kauften die TOS Dienste International e.V. am 26. April 2006 ein ehemaliges Luxushotel, das in ein Schulungs- und Lebenszentrum für Straßenkinder umgewandelt wird.

Mitte Mai sind die ersten Mitarbeiter, Monika Neff und Susanne Puschke, in die neuen Räumlichkeiten umgezogen, und ab Oktober werden auch die ersten Kinder ein Zuhause im neuen Zentrum für Transformation finden. Einige der Kinder, die seit Monaten bereits im Kontaktzentrum erste Schritte gehen, bereiten sich jetzt auf den Umzug vor. In der ersten Phase werden bis zu 20 Kinder aufgenommen.
Anfang 2007 wird eine Familie aus Buenos Aires nach Sucre umziehen, um das Gründungsteam zu verstärken.
Für Februar 2007 ist die offizielle Einweihung des neuen Zentrums für Transformation geplant. Bereits jetzt werden Pläne für eine eigene Schule ausgearbeitet.

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